Alle Jahre wieder: niedrige Temperaturen, viel Schnee oder Regen und fehlendes Tageslicht. Ist es Winter, werden viele Menschen krank. Die Ansteckungsgefahr steigt, denn an Begegnungsorten wie einer Musikschule treffen täglich viele Menschen aufeinander und Bakterien werden weitergereicht und ausgetauscht.
Wie kommt man dennoch gesund durch den Winter? „Musikschule intern“ hat mit der Allgemeinärztin Dr. Sylvia Hebes gesprochen.

Winterzeit ist häufig gleich Erkältungszeit. Wie komme ich trotz Kontakt mit vielen Menschen relativ gut durch diese Zeit?

Dr. Sylvia Hebes
Natürlich stärken eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Sport das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Wetterfeste Kleidung hilft genauso wie auf die Hygiene zu achten. Und ein bisschen Glück braucht man auch, um gut durch den Winter zu kommen. Man kann das Immunsystem zusätzlich mit Vitaminen unterstützen: Vitamin C+D, Zink, Vitamin B 6 +12, Folsäure und Eisen sind wichtige Elemente für den Körper. Sollte ein Mangel des jeweiligen Vitamins bekannt sein, dann sollte man dieses auf jeden Fall ergänzen, bis der Normbereich erreicht ist.

Sollte sich ein Musikschullehrer, eine Musikschullehrerin nach jedem Schülerkontakt die Hände waschen?

Dr. Sylvia Hebes
Händewaschen ist immer zu empfehlen, da die meisten Infektionskrankheiten per Tröpfcheninfektion und somit auch über Händeschütteln übertragen werden. Weiterhin sollte man versuchen, mit den Händen nicht „zu viel in seinem Gesicht herum zu spielen“.

Gibt es andere vorbeugende sinnvolle Maßnahmen?

Dr. Sylvia Hebes
Sinnvoll ist es sicherlich auch, soweit das möglich ist, auf „Guten Tag sagen per Handschlag“ zu verzichten. Das kann sich positiv auswirken, um Infektionen zu reduzieren. Insgesamt scheint das Risiko für Erkältungen dort besonders groß zu sein, wo Kontakt zu vielen Menschen besteht, wie zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr, in Kitas und eben auch in Musikschulen. Eine Händedesinfektion nach Kontakt ist daher ebenfalls zu empfehlen. Ebenso ist die Grippeimpfung im Herbst zu empfehlen, für entsprechende Patienten auch die Pneumokokkenimpfung (Lungenentzündung). Insbesondere bei immungeschwächten Menschen sollte insgesamt eine adäquate Impfung erfolgen.

In Ihrem Beruf kommen Sie selbst mit vielen kranken Menschen in Kontakt. Wie schützen Sie sich am besten gegen Infektionen durch Ansteckung?

Dr. Sylvia Hebes
Ich versuche es mit den bereits genannten Methoden: gesunde Ernährung, Sport, zurückhaltendes Händeschütteln, Händedesinfektion vor und nach jedem Patientenkontakt. Und viel trinken über den Tag verteilt kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Hat es mich doch erwischt, muss ich gleich beim ersten Schnupfen zu Hause bleiben?

Dr. Sylvia Hebes
Bei einem leichten Infekt muss man nicht zwingend zu Hause bleiben, je nachdem, wie fit man sich fühlt. Ist die Ansteckungsgefahr für Mitmenschen oder Kollegen zu groß, sollte jedoch eine rechtzeitige Auszeit erfolgen. Spätestens bei anhaltendem Fieber, Husten, Luftnot, Halsschmerzen etc. sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Bei einem beginnenden Infekt kann sich eine frühzeitige symptomatische Therapie mit pflanzlichen Medikamenten, Nasenspray, Dampfinhalation und einer ausreichenden Trinkmenge positiv auswirken. Und viel Schlaf.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet einen kostenlosen Aufkleber an, der in der Nähe der Waschbecken der Toiletten angebracht werden kann. Auf diesem Aufkleber ist eine ausführliche Anleitung zu sehen, wie das richtige Händewaschen abläuft.

Susann Krieger
Susann Krieger studierte Korrepetiton/ Musiktheater (HfM Dresden) und Rundfunk-Musikjournalismus (HfM Karlsruhe). Sie arbeitet als freie Autorin für verschiedene ARD-Rundfunkanstalten (u.a. WDR, BR, MDR, SWR) und unterrichtet Klavier. 2017 erhielt sie den Deutschen Radiopreis für die beste Reportage und wurde für den Prix Europa nominiert.

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