1,5 Millionen Schüler allein an kommunalen Musikschulen, 100.000 Teilnehmer an Musikangeboten der Volkshochschulen, – aber nur 72 öffentliche Musikbibliotheken. Eine flächendeckende Versorgung mit Medien für die praktische Musikausübung, für das aktive Hören von Musik und für das Lernen über Musik ist in Deutschland vielerorts nicht gewährleistet. Dabei sind öffentliche Musikbibliotheken unverzichtbarer Bestandteil der musikalischen Bildung.

Deutsches Musikinformationszentrum präsentiert sein Online-Angebot „Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken“

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) beleuchtet in seinem Fokus „Öffentliche Musikbibliotheken“, mit welchen kreativen Ideen die Einrichtungen auf die bestehenden kultur- und bildungspolitischen Hürden reagieren und wie sie den Herausforderungen durch den digitalen Wandel begegnen. Öffentliche Musikbibliotheken sind heute viel mehr als Orte, die Noten, Musikbücher und CDs verleihen. Sie stellen ein wachsendes Angebot an Datenbanken, E-Books, Digitalisaten und Streaming-Diensten mit hoher Klangqualität zur Verfügung. Vor allem in den großen Städten setzen sie auf die Aufenthalts- und Erlebnisqualität ihrer Häuser. Fernab virtueller Erfahrungen laden sie mit attraktiven Musikarbeitsplätzen, Musizierräumen mit Instrumenten, Konzerten und Workshops zur aktiven Beschäftigung mit Musik ein. Doch die Finanzierung der Einrichtungen hält mit der Entwicklung nicht immer Schritt: Nach Recherchen des MIZ werden bestehende Bestände vielerorts reduziert oder gar aufgelöst, Bibliotheksstellen nicht oder fachfremd besetzt.

Entstanden ist der „Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken“ in Kooperation mit der Deutschen Ländergruppe der International Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres. Über eine interaktive Karte können Informationen zu den einzelnen öffentlichen Musikbibliotheken abgerufen werden. Diese umfassen den physischen und digitalen Bestand der Bibliotheken einschließlich ihrer Schwerpunkte und Sondersammlungen. Abgerundet wird der neue Fokus mit weiterführenden Informationen sowie Bilderstrecken, die einen Einblick in die Angebote und Ausstattungen öffentlicher Musikbibliotheken geben.

Zu erreichen ist der „Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken“ unter:
https://themen.miz.org/fokus-oeffentliche-musikbibliotheken

Frank Korte
Frank Korte studierte visuelle Kommunikation und Fotografie. Er arbeitete für Agenturen und diverse Kunden im Bereich Multimedia. Seit Herbst 2015 leitet er die Bundesgeschäftsstelle des bdfm.

1 KOMMENTAR

  1. Öffentliche Einrichtungen stellten schon vor sehr langer Zeit fest, dass das Internet im Leben der Menschen eine große Rolle spielt. Dann wurden immer wieder Pläne geschmiedet, Stabstellen eingerichtet, worauf aber dann keine substantielle Tat folgte. Im Jahre 2003 habe ich nach Rücksprache mit der Städtischen Musikbibliothek München und dem damals noch existierenden staatlichen Arbeitskreis für digitale Bibliotheken in Berlin ganz einfach selbst eine Online-Musikbibliothek gegründet, ohne staatliche Förderung. Der Arbeitskreis in Berlin hatte da schon seine Arbeit wieder eingestellt, weil es nicht genug Mittel gab. Damals nannte ich mein Projekt http://www.musikbibliothek.de, heute heißt es http://www.musicalion.com, ist staatlich anerkannt und tatsächlich stark genutzt.

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