Start Schallschutz Schallschutz für Schlagzeug und Co: Raum-in-Raum System zum Selbstbauen

Schallschutz für Schlagzeug und Co: Raum-in-Raum System zum Selbstbauen

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Foto: Fotolia

Wer immer gedacht hat, Eierkartons wären der beste Weg, Schall zu dämmen, sei hiermit eines Besseren belehrt: Eierkartons bringen rein gar nichts. Das können wir ausführlich mit Messwerten belegen. Wenn Sie in Ihrem Raum Lärm machen und die Nerven des Nachbars schonen möchten, kommen Sie nicht um eine sogenannte Raum-in-Raum Lösung herum. Was das genau ist, und wie Sie das mit wenig Aufwand selbst nachbauen können, können Sie hier nachlesen.

Sie kennen das sicher: Der Schlagzeug- und der Bandprobenraum sorgen dauernd für Ärger in Ihrer Musikschule. Lehrer aus den Nachbarzimmern müssen ständig mahnen, dass der trommelnde Kollege und sein Schüler doch bitte etwas leiser spielen möchten – damit der Frieden im Haus gewahrt bleibe. Ihre bisherigen Versuche, den Schlagzeugraum mit Molton-Vorhängen, Eierkartons, zahlreichen Teppichen und aufgedoppelten Rigips-Wänden abzudämmen, zeitigen nur mäßige bis gar keine Erfolge; bald gibt es erneute Beschwerden. Irgendwann gewöhnen sich Lehrer und Schüler an den ständigen Lärmpegel und die Beschwerden werden weniger. Der Unterrichtskomfort allerdings bleibt auf der Strecke. Als sichere und dauerhafte, dabei kostenmäßig erträgliche Lösung bietet sich hier nur eines an: ein Raum-in-Raum-System.

Raum-in-Raum:
Funktionsprinzip Entkoppelung

Raum-in-Raum-Systeme können Sie sich so vorstellen: In einen ganz normalen Raum wird ein zweiter, kleinerer Raum eingebaut, der mit dem äußeren Raum keinerlei Verbindung hat. Denn genau das ist das Funktionsprinzip des Raum-in-Raum-Systems: Keine Verbindung bedeutet, es gibt keine Schallbrücken, über die Schall nach außen dringen kann. Der Fachausdruck hierfür lautet: Entkoppelung.

Das Ziel solcher Raum-in-Raum-Systeme ist es also, möglichst alle Schallbrücken zu kappen und nur so wenig Kontakt wie nötig zum ursprünglichen Raum zu belassen. Das klingt zwar im ersten Moment ziemlich kompliziert, ist aber für jeden einigermaßen begabten Hobbyhandwerker umsetzbar; unter Verwendung moderner Baumaterialien – und mit dem nötigen Know-how, das Ihnen vorliegender Artikel vermitteln möchte.

In Tonstudios beispielsweise werden derartige Schallschutz-Systeme als Aufnahmeraum verwendet, da hier von außen kein Schall nach innen dringen darf. Aber auch in Musikschulen ist ihr Einsatz oft sehr sinnvoll, gerade im Hinblick auf laute Instrumente mit viel Körperschallemission (z.B. Schlagzeug, oder auch Trompete). Sogar moderne Hotels bauen die Zimmer für ihre Gäste in dieser Bauweise, um störende Geräusche aus Nebenzimmern möglichst zu vermeiden. Ganz besonders die Bäder werden hier entsprechend gedämmt, denn gerade in den hochpreisigen Hotels möchte das Management dem Gast unbedingt ersparen, dass er mithören muss, wie der Zimmernachbar die Spülung der Toilette benutzt. Für Ihren Schlagzeug- oder Bandprobenraum ist dies also genau die richtige Lösung.

Vom Profi gemacht – oder in Selbstbauweise?

Die Schalldämmwirkung eines solchen Raum-in-Raum-Systems ist – je nach Bauart – auf jeden Fall gegenüber anderen Schallschutzmaßnahmen deutlich effizienter. Ein Raum-in-Raum-System in Trockenbauweise mit Rigips-Wänden dämmt die Schall-Emission besser als eine massive Ziegelwand, die vor eine bestehende Wand angebracht wird. Dies liegt vor allem daran, dass über Decken und Böden deutlich mehr Schall transportiert wird, als der Laie vermuten würde. Raum-in-Raum-Systeme haben keinen direkten Kontakt zum Boden oder zur Decke, was genau diese beiden Schwachpunkte eliminiert. Selbst wenn noch Restschall nach außen dringt, ist dieser jedoch um ein Vielfaches leiser, als ohne ein solches System.

Das Bauen eines Raum-in-Raum-Systems ist weniger aufwändig und teuer als man denkt. Das Teuerste daran ist meistens die Arbeitszeit, die man investiert. Sie sollten daher grundsätzlich überlegen, ob Sie selbst Hand anlegen möchten, mit Unterstützung von ein paar Bekannten, oder ob Sie die Arbeiten von Handwerkern ausführen lassen möchten. Letzteres ist zwar kostspieliger, dafür reduziert sich auf Grund des flotten Arbeitstempos von Profis die Bauzeit üblicherweise enorm.

In jedem Fall sollten Sie vor Beginn des Bauvorhabens unbedingt daran denken, einen ausführlichen Plan anzufertigen. Denn die meisten Fehler entstehen dadurch, dass auf einen soliden Plan verzichtet worden ist. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir am Ende dieses Artikels die häufigsten Fehler aufgelistet, die man beim Selbstbau eines Raum-in-Raum-Systems machen kann.

 

Planung, Material, Montage

Schritt 1: Der Bauplan

  • Machen Sie zuerst einen Plan. Ohne Plan funktioniert nichts. Messen Sie die Grundfläche sowie die Raumhöhe und zeichnen Sie alles maßstabsgetreu ein.
  • Berechnen Sie das benötigte Material. Kalkulieren Sie dabei einen gewissen Verschnitt ein. Kaufen Sie also lieber ein, zwei Rigips-Platten mehr.
  • Planen Sie eine großzügige Türe, da Sie sicherlich sperriges Equipment durch den Raum schleppen müssen.
  • Bedenken Sie, dass man für eine optimale Schalldämmung auch die Fenster verschließen muss. Es wäre also denkbar, vor das vorhandene Fenster ein zweites Fenster, ein Schallschutz-Fenster, zu setzen. Besser wäre allerdings, Sie würden das Fenster komplett verschließen und stattdessen lieber eine Lüftungsanlage einbauen. Schallschutztechnisch gesehen wäre das effizienter.
  • Steckdosen sind des Musikers Freund. Planen Sie also so viele Steckdosen wie möglich. Musiker können nie genug davon haben.

Schritt 2: Der Boden

  • Wir empfehlen, als unterste Schicht auf den Boden eine sogenannte Bautenschutzmatte zu verlegen. Diese ist zwar nicht besonders günstig, dafür sehr gut im Blockieren der Schallübertragung im Mittelfrequenz-Bereich.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie an jeder Stelle 5 cm Abstand zur Wand haben. Das ist wirklich wichtig! Es darf keine Berührung zwischen Wand und Raum-in-Raum-System bestehen.
  • Auf die Bautenschutzmatte kommt Masse. Das bedeutet, möglichst schweres Material zu verbauen. Besonders gut eignen sich Gehwegplatten aus Beton, die Sie einfach über die Bautenschutzmatte verteilen. Die Masse ist notwendig, damit sich die tiefen Frequenzen von Bass-Drum oder E-Bass in ihr fangen und darin vernichtet werden können.
  • Die nächste Bodenschicht ist eine sogenannte Trittschalldämmung aus Steinwolle. Verwenden Sie dafür Platten mit einer Stärke von 5 cm.
  • Als vorletzte Schicht bringen Sie 3-5 cm dicke Sperrholzplatten mit Nut- und Feder-System auf, die Sie ineinander verhaken, damit keine Knarzgeräusche entstehen.
  • Die letzte Bodenschicht darf ein beliebiger Teppichboden sein. Diesen sollten Sie allerdings erst ganz zum Schluss verlegen.

Schritt 3: Die Wände

  • Schrauben Sie zunächst mit C- und UW-Profilen (Montageschienen aus Metall) ein Ständergerüst zusammen. Wie so etwas geht, sollten Sie sich von Ihrem Baumarkt-Experten zeigen lassen. Denken Sie an den Abstand der Ständer zueinander; der sollte exakt 62,5 cm betragen. Achten Sie darauf, dass Sie überall mindestens 5 cm Abstand zur äußeren Wand haben, besser sind 10 cm. Dies ist zum einen notwendig, damit der Schall nicht direkt übertragen werden kann, und zum anderen, dass Ihre Originalwände gut belüftet werden können. Andernfalls werden Sie ein Schimmelproblem bekommen.
  • Achten Sie bei der Raumhöhe darauf, dass Sie noch genügend Abstand zur Decke haben. Auch hier brauchen Sie mindestens 10 cm Abstand, besser sind aber 20 cm. Denn auch hier haben wir das Risiko von Schallübertragung und Schimmelbildung.
  • Füllen Sie die Ständerprofile mit Dämmwolle.
  • Ziehen Sie die Stromleitungen für Steckdosen und Licht.
  • Bringen Sie die erste Lage Rigips-Platten an und verspachteln Sie die Lücken.
  • Nun geht es um das gewünschte Maß an Dämmung. Für den Hausgebrauch können Sie daher den nächsten Schritt überspringen. Im musikschulischen Bereich sollten Sie ihn allerdings durchführen:
    Bauen Sie ein zweites Ständergerüst unmittelbar vor dem ersten, das Sie ebenfalls wieder mit Dämmwolle füllen und mit einer Lage Rigips beplanken. Stromleitungen wieder durchführen.
  • Nun sollten Sie noch eine zweite Lage Rigips-Platten aufbringen und verspachteln.

Schritt 4: Die Decke

  • Grundsätzlich gilt: Sie sollten nach Möglichkeit NICHT die Decke von oben abhängen! Damit hätten Sie wieder eine Schallbrücke gebaut und der ganze Aufwand, den Sie mit den Wänden betrieben haben, wäre umsonst. Es sollte KEINE Verbindung zwischen der originalen Decke und Ihrem Raum-in-Raum-System bestehen! Falls die Raumgröße allerdings 25 Quadratmeter übersteigt, sollten Sie wohl oder übel spezielle schallisolierende Decken-Abhänger kaufen. Dabei gilt: Je weniger, desto besser für die Schallübertragung. Nehmen Sie lieber stabilere Querträger.Legen Sie auf die Wände CD-Profile, ebenfalls wieder im Abstand von 62,5 cm zueinander.
  • Am besten bringen Sie die Profile quasi als Gitternetz an, so dass Sie von oben wieder Dämmwolle drauflegen können.
  • Beplanken Sie die Decke nun mit Rigips von unten. Vergessen Sie nicht die Stromleitung für das Licht!
  • Die Fugen an den Seiten sollten Sie nun mit Silikon verschließen. Auch das Silikon ist übrigens ein Punkt, über den der Schall übertragen werden kann. Also lieber mehr als weniger verwenden.
  • Für die optimale Dämmung empfiehlt es sich, noch eine zweite Schicht Dämmwolle und Rigips aufzubringen.
  • Bringen Sie die zweite Schicht Rigips wieder von unten an. Auch diese müssen Sie verspachteln und an den Kanten mit Silikon verschließen.

Schritt 5: Fenster und Türen

  • Wir empfehlen Ihnen, die Türen selbst zu bauen. Nehmen Sie zwei massive, dicke Holzplatten, beispielsweise aus 20 mm starkem MDF (mitteldichte Holzfaserplatte), bringen zwischen den Platten wieder Dämmwolle auf, und verschließen Sie die Kanten ebenfalls mit MDF. Überziehen Sie die Türe mit einem dicken, widerspenstigen Teppichboden. Den Türrahmen überziehen Sie auch mit diesem Teppichboden. Dadurch kann der Teppichboden gequetscht werden und die Türe sollte somit hermetisch dicht schließen. Besser ist es wieder, wenn Sie zwei verschiedene Türen hintereinander bauen, die beide möglichst dicht schließen und aus möglichst viel Masse bestehen. Gut eignen sich auch Terrassentüren aus dem Baumarkt, da es diese oft auch als Schallschutz-Ausfertigung gibt. Diese sind jedoch in der Regel nicht gerade günstig.
  • Für die Fenster gilt das selbe: Am besten verschließen und durch eine schallgedämmte Lüftungsanlage ersetzen. Zur Not Schallschutz-Fenster einsetzen.

Schritt 6: Der letzte Schliff

  • Nun alles streichen, Teppichboden verlegen, Steckdosen setzen – und fertig.
  • Bringen Sie am besten noch ein paar Streifen Teppichboden an der Wand an. Dies sorgt dafür, dass der Hall im Raum geschluckt wird und dient unter Umständen auch der optischen Verschönerung.

„Do it yourself“: Die häufigsten Fehler

Die Investition in ein Raum-in-Raum-System ist meistens mit gewissen Kosten verbunden und verleitet daher häufig zum Sparen. Am einfachsten spart man an qualifiziertem Fachpersonal – doch genau das ist die Ursache für zahlreiche Fehler, die passieren können, wenn man als Laie selbst Hand anlegt. Im Folgenden haben wir Ihnen die häufigsten Fehler aufgezeigt, die Ihnen beim Selbstbau eines Raum-in-Raum-Systems passieren können.

Fehler 1: Falsche Planung

Auch wenn es jetzt trivial klingt und Sie sich vielleicht denken mögen, das wäre jetzt keine bahnbrechende Erkenntnis – trotzdem: Machen Sie sich einen genauen Plan! Und zwar bevor Sie die ersten Schritte in Richtung Umsetzung unternehmen. Mit Hilfe eines Plans können Sie genau ermitteln, wie hoch der Raum sein wird, welche Nutzfläche Sie erhalten und wo Ihre Steckdosen platziert werden. Außerdem können Sie relativ leicht errechnen, wie viel Material Sie einkaufen müssen. Versuchen Sie, den Plan so exakt wie möglich zu zeichnen, am besten auf Millimeterpapier oder am Computer mit Hilfe eines geeigneten Programms. Ein kostenloses und doch relativ leistungsfähiges Computerprogramm, das dafür geeignet ist, ist beispielsweise SweetHome3D (www.sweethome3d.eu). Mit Hilfe dieses Programms können Sie sogar eine virtuelle Begehung Ihres Raums durchführen. Im Internet sind zahlreiche weitere kostenlose oder kostengünstige Programme dieser Art erhältlich. Eine kurze Suche lohnt sich in jedem Fall und spart später womöglich eine Menge Ärger.

Fehler 2: Abstand zum Außenraum

Zwischen dem Außenraum und dem Raum-in-Raum-System muss ein gewisser Abstand eingehalten werden, vor allem bei Wänden und Decken. Wir empfehlen, mindestens fünf Zentimeter, besser sieben bis acht Zentimeter Abstand zwischen der Wand des Außenraums und der Außenwand Ihres Raum-in-Raum-Systems zu lassen. Dies muss sein, da in den Zwischenräumen zwischen Ihrem neu gebauten Raum und dem Außenraum ausreichend Luft zirkulieren muss, um entstehende Feuchtigkeit abtransportieren zu können. Sie sollten nämlich bedenken, dass die Wände des Außenraums relativ kalt sein werden, wohingegen im Innenraum eher warmes Klima herrscht; etwa durch die Heizung, aber auch durch die bloße Wärme-Emission von anwesenden Personen oder elektrischen Geräten (Gitarrenverstärker, Endstufen etc.). Durch den Wärmeunterschied zwischen beiden Räumen kondensiert Feuchtigkeit an der Innenseite der Wände des Außenraums. Damit diese abtransportiert werden kann, muss also ein Luftaustausch möglich sein; andernfalls schaffen Sie ein hervorragendes Klima für Schimmelkulturen aller Art. Der größte Fehler ist also, die Wände des Raum-in-Raum-Systems mit keinem oder nur sehr geringem Abstand zur Außenwand zu bauen.

Fehler 3: Belüftung

Bedenken Sie: Ein Raum, aus dem kein Schall nach draußen dringt, lässt auch keine frische Luft herein. Entweder Sie konzipieren den Raum so, dass er bei Benutzung alle 30 Minuten gelüftet werden muss, oder Sie integrieren eine Lüftung. Bei der Lüftung sollten Sie unbedingt bedenken, dass durch die so geschaffenen Lücken im Raum-im-Raum-System ebenfalls Schall austreten wird. Im Fachhandel (nicht im Baumarkt!) sind Lüftungsrohre mit hohem Durchmesser, beispielsweise für Klimaanlagen, erhältlich; ebenso gibt es dazu Schalldämpfer. Die Preise hierfür sind erstaunlich günstig und durchaus einer näheren Betrachtung wert. Sie sollten die Luftumwälzung so planen, dass etwa alle 30 Minuten ein vollständiger Luftaustausch stattgefunden hat, andernfalls wird es schnell warm und stickig. Passen Sie die Rohrdurchmesser und die Leistung des Ventilators entsprechend an. Denken Sie auch daran, dass Sie auf der einen Seite des Raums eine Luftzufuhr und auf der anderen einen Luftauslass benötigen. Wir empfehlen außerdem die Lüftung abschaltbar zu machen, um beispielsweise Nebengeräusche bei Studio-Aufnahmen zu unterbinden.

Fehler 4: Schallbrücken

Eigentlich wurde es bereits mehrfach gesagt: Der Innenraum sollte keinerlei Verbindung zum Außenraum haben, denn jede Verbindung ist eine potenzielle Schallbrücke. Prinzipiell kann nämlich ein einziger Nagel, der eine Verbindung zwischen beiden Räumen herstellt, enorm viel Schall transportieren und somit einen großen Teil der Wirkung des Raum-in-Raum-Systems zunichte machen. Gerade die Decken-Abhängung ist hierbei ein sensibler Punkt. Im Fachhandel sind neben den „normalen“ auch schallisolierende Decken-Abhängungen erhältlich. Diese sind nur wenig teurer und transportieren deutlich weniger Schall als herkömmliche.

Darüber hinaus sollten Sie die Decken-Abhängungen sparsam einsetzen. Im Fachhandel können Sie genau erfragen, wie viel Gewicht eine einzelne Abhängevorrichtung tragen darf. Berechnen Sie das voraussichtliche Gewicht der Decke anhand Ihres Plans, geben Sie nochmal 100 Prozent Sicherheitspuffer dazu und platzieren Sie dann entsprechend die Abhängungen. Zu viele Abhängungen bedeuten unnötig viel Schallübertragung.

Fehler 5: Steckdosen

Falls Sie in Ihrem Raum später einmal Bandproben abhalten möchten, so denken Sie daran, möglichst viele Steckdosen zu verbauen. Steckdosen sind nicht teuer und allemal sicherer als Mehrfachstecker aus dem Supermarkt oder unzählige Verlängerungskabel auf dem Boden. Sie können gar nicht zu viele Steckdosen haben – Sie werden uns diesen Rat später noch danken.

Und vor allem: Alle Steckdosen und alle Schalter sollten Aufputz montiert werden. Unterputz-Steckdosen oder Schalter sind wiederum Löcher in Ihrem Raum und führen zu unerwünschter Schallübertragung.

Fehler 6: Acryl

Um die Wände und Decken zu verfugen, wird im Trockenbau gerne Acryl verwendet, da es schnell und unkompliziert aufgebracht werden kann und vor allem mit Farbe überstreichbar ist. Leider hat Acryl einen kleinen Nachteil: Es wird im Vergleich zu Silikon relativ hart und transportiert Schall relativ gut. Verwenden Sie daher lieber Silikon statt Acryl, das ist zwar klebriger und nicht so schön einfach zu verarbeiten, dient aber der Schalldämmung mehr als Acryl.

Fehler 7: Licht

Eigentlich haben wir ja schon unter Punkt 1 gesagt, dass Sie alles genauestens planen sollten. So auch, wo Sie Ihre Lampen platzieren möchten. Vermeiden Sie dunkle Ecken im Raum, denn man sollte an jeder Stelle des Raums ausreichend Licht haben, um seine Noten lesen zu können.

Bedenken Sie vor allem, dass Lampen eine Wärmequelle sind. Halogen-Lampen sind zwar hübsch, erzeugen aber auch eine Menge unnötige Wärme, die Ihren Raum zusätzlich heizt und schneller dazu führt, dass die Luft verbraucht ist. Verwenden Sie lieber Energiesparlampen, die kaum Wärme emittieren, oder LEDs, die mit einer geeigneten Verkleidung auch ganz hübsch aussehen können.

Außerdem achten Sie auch hier darauf, dass Sie keine Lampen in die Decke einbauen – jedes Loch, das Sie aus der Decke oder Wand ausschneiden, ist eine Schallbrücke.

Fehler 8: Türen und Fenster

Die Türen und Fenster des Innenraums sind die neuralgischen Punkte eines Raum-in-Raum-Systems. Hier müssen Sie vor allem darauf achten, dass Sie mit genügend Masse arbeiten, damit eine ausreichende Schalldämmwirkung erzeugt wird. Außerdem müssen Türen und Fenster möglichst gut abgedichtet werden. Je weniger Luft hindurch dringen kann, desto weniger kann das auch der Schall. Arbeiten Sie also mit großer Genauigkeit bei Ihren Türen und Fenstern.

Fehler 9: Akustik

Sicherlich einer der häufigsten Fehler, die beim Bau von Raum-in-Raum-Systemen gemacht werden, ist der, die Akustik viel zu trocken anzulegen. Durch das Anbringen von zahlreichen Teppichen oder schweren Molton-Vorhängen an den Wänden wird dem subjektiven Eindruck nach eine höhere Schalldämmung erzielt. Tatsächlich ist eher der umgekehrte Fall richtig. Teppiche oder Moltons dämmen den nach außen dringenden Schall nahezu gar nicht, sorgen aber dafür, dass innerhalb des Raums ziemlich viel Schall verschluckt wird, sich also alles leiser anhört. Die Folge ist, dass sich bei Bandproben plötzlich niemand mehr richtig hört, und somit noch lauter dreht, als er es in einem weniger trockenen Raum tun würde. Die Emission nach draußen ist damit natürlich ungleich höher, und der beabsichtigte Zweck des Raum-in-Raum-Systems wird ad absurdum geführt. Achten Sie also darauf, dass Sie die Akustik im Raum nicht töten und setzen Sie Teppiche, Vorhänge oder sonstige die Akustik beeinflussende Materialien mit Bedacht ein.

Fehler 10: Alles perfekt?

Natürlich sind die hier genannten Fehlerquellen nur wenige Beispiele. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Sie, wenn Sie alle hier genannten Punkte beachten, vor sämtlichen bösen Überraschungen sicher sind. Vielmehr sollten Sie unbedingt jemanden in Ihr Projekt miteinbeziehen, der mit der Materie vertraut ist. Ein auf Trockenbau spezialisierter Handwerker beispielsweise, aber auch ein Mitarbeiter in einem Fachmarkt für Baustoffe kann ein wertvoller Tippgeber sein. Zahlreiche Ingenieurbüros bieten hierzu auch Dienstleistungen an, von der Beratung und Planung bis hin zur Umsetzung. Wenn Sie aber zumindest schon mal die hier beschriebenen gröbsten Fehler umschifft haben, steht einem störungsfreien Unterricht und dem Frieden in der Nachbarschaft wohl bald nichts mehr im Wege.